Cover Shooting

Um Songs auf Streamingplattformen veröffentlichen zu dürfen, braucht man gute Cover Bilder. Da ich bereits mehrmals gefragt wurde, wie ich diese fotografiere, geb ich dir hier mal einen kleinen Einblick. Zuerst warte ich (teils Monatelang), bis dieser eine magische Moment passiert, in dem mir die Bilder, Ideen und Szenen einfach in den Kopf gesendet werden. Danke Universum. Ich bin immer wieder tief dankbar, dass das (und eigentlich alle Kunst die ich tu) von ganz allein, zur richtigen Zeit, durch mich hindurchfließt. Eine gute Idee ist die Grundlage für jedes Bild.

Dann muss ich erstmal (wegen MeCfs) mehrere Tage vor dem Shooting anfangen, mich komplett auszuruhen (und danach brauch ich auch mehrere Tage, bis ich wieder gesellschaftsfähig bin) aber das nehme ich gern in Kauf, wenn es um Bildsprache und Kunst geht. Nach Jahren hab ich mich daran endlich gewöhnt, kann diese Bedürfnisse hinnehmen, kann mir zugestehen, dass ich jetzt eben so funktioniere. Was war ich vorher spontan, schnell, hab keine Sekunde vergeudet. Oft war ich so krass produktiv drauf, dass ich alle um mich herum abgehängt oder sogar verärgert hab, weil ich nie Pause machen wollte. Es ist aber okay, wenn man sich Zeit nimmt. Einmal zur Ruhe gekommen, entwickeln sich oft sogar noch bessere Ideen.

Dann Studio aufbauen, Kleidung und Material beschaffen. Zwei Tage Pause. Und dann geht es los. Fotografieren… allein unmöglich. Auch mit Selbstauslöser ist es mir viel zu anstrengend, da ich mich sehr gern und viel bewege vor der Kamera. Und da ist kein Platz für einen Knopf zum Selbstauslösen. Jedes Mal zur Kamera laufen, oder bücken um nach Handy oder Auslöser zu greifen, da wäre ich nach 5 Minuten platt. Hinzu kommt der Blitz. Klar, ich vertrage Licht eine gewisse Zeit (toi toi toi, manche Betroffene leiden bei Licht besonders), aber wenn ich diesen Stress extremer Lichtblitze vermeiden kann, dann tu ich das natürlich. Deswegen akzeptiere ich die minimal schlechtere Bildqualität und… filme einfach. Das ganze Shooting ist demnach ein Film. So kann ich passende Bilder nachträglich wählen. und muss keinen Blitzregen ertragen. Für meine Kraft ist diese Methode die einfachste.

Nun kann man sich natürlich fragen, warum ich das nicht mit Profis mache. Andere Fotografen hab ich noch nie ins Boot geholt. Zum einen, wegen der Umstände selbst. Oft wohnen diese mehrere Autostunden entfernt oder möchten sich nicht mit einer Person in ein Projekt begeben, die eingeschränkt belastbar ist. Aber auch, weil ich einfach den Zug verpasst hab, als junge Frau gute Leute kennenzulernen; weil ich irgendwie immer alles allein gemacht hab; weil es Geld kostet, dass ich mit dem Ergebnis nicht verdiene; und ich ja irgendwie allein klar komme… Und weil ich es einfach super gern mache.

Aber ganz tief in mir drin, hinter der Macherin, der Projektleiterin, der Initiatorin, steckt eine Frau, die super gern mal durch die Augen eines Anderen in Kunst gegossen werden möchte. Das muss ich zugeben. Nicht ohne Grund verschlinge ich die Shootings von GNTM. Weil ich dort fantastischen Fotografen bei ihrer kreativen und vielseitigen Arbeit zusehen kann. Und muss dabei gestehen, ich bin tatsächlich Fan. Ich bin Christian Schuller Fan. Seine Bildsprache, die analoge Machart, die Emotionen, die Kostüme seiner Frau, das alles ist einfach atemberaubend. Das… schaff ich allein leider niemals.

Ich schaffe, was ich schaffe. Ein gutes Motto, wie ich finde.

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