Es ist Zeit für Profil. Wer ist sie? Was macht sie aus? Was tut sie und wen will sie mit ihrer Musik erreichen? Los gehts:
Woher kommt der Künstlername NaDur
Mein Künstlername NaDur entsprang in die Welt 2008, als ich einen Namen für mein Naturschutzprojekt suchte. Mit dem „Projekt NaDur“ etablierte ich Pflanzenvielfalt im grauen Ruhrpott. Natur, Du und Positivität im Dur – das waren die Grundgedanken hinter diesem Namen. Ich hab nie recherchiert, ob es ihn schon gibt, oder was er sonst bedeutet. Das war mir nicht wichtig. Erst jetzt wurde mir klar, dass dieser Name nichts besonderes ist und ihn irgendwie jeder verwendet. Aber meine sehr persönliche Bedeutung ist es, die ihn für mich prägt und ausmacht. Bevor ich den Schritt ging, meine Songs endlich mal zu veröffentlichen, stellte sich natürlich die frage nach einem Künstlernamen. Jaja, es gab viele Ideen. Aber keine wohnte tief in meiner Seele und bewahrt die Erinnerungen an mein Leben und meine Einstellungen so gut, wie NaDur.
„Projekt NaDur“ gab es etwa bis 2011, bis ich letztlich aufs Land zog, da ich absolut kein Stadtmensch sein kann. Ich hab mich im Ruhrpott durchgehend gefühlt wie eine Blume auf heißem Asphalt. Ob wegen mir, durch Zufall, wer weiß, wurden einige meiner Baumbeete und auch immer mehr neue Beete aber weitergepflegt. Es kam gleichzeitig der Trend vom Guerilla Gardening auf. Mega, ich konnte loslassen. Umweltschutz wurde Trend. Zum Glück. Bevor ich aufs Land zog, genoss ich einige Jahre die Gesellschaft sehr talentierter Musikerfreunde, mit denen ich auftreten und kreativ sein konnte. Aber das Leben ging andere Wege, ich ging fort und verlor meinen Anschluss. Was mir blieb, war mein YouTube Kanal NaDur, der nun so alt ist, dass ich noch eine echte URL auch ohne alias hab https://youtube.com/nadurmusik .
Welche Musik macht NaDur?
All meine Songs lagen nun unzählige Jahre in Krizelheften herum und staubten ein. Was sie alle gemeinsam haben: deutsche Texte, tiefgründig, emotional, Genre übergreifend und zugleich simpel wie kompliziert. So liebe ich es. Oft geht es um das Miteinander und die Aspekte und Weiterentwicklung einer Persönlichkeit, um blinde Flecken, oder um die Mitwelt und Natur. Ich schreibe ungern klassische Liebeslieder oder oberflächliche Beobachtungen zu tanzbaren, einfachen Riffs und Loops. Ich werde es sicher mal versuchen, aber zuhause ist meine Musik eben in den urspirituell tieferen, unsichtbaren Sphären menschlicher Lebensthemen.
Wer ist die Künstlerin?
Ich bin in mancher Augen ne klassische, chaotisch kreative Öko mit Linksdrall. Aber so einfach sollte das mit den Schubladen nicht sein. Als Mensch bin ich geprägt von feinstofflicher Wahrnehmungsfähigkeit und hohem emphatischen Fühlen, gepaart mit Hyperfokus und blinden Flecken. Klar, Themen wie Umweltschutz, Verantwortung, Liebe und Respekt sieht man mir vermutlich sofort an. Dass mir zwischenmenschliche Beziehungen wichtiger sind, als Besitz oder Aussehen wohl auch. Das klassische Er und Sie und „du bist mein Stern“ Pärchen Gedöns widerstrebt mir eher. Eventuell überrascht es jedoch manch Fremden, dass ich nie Kontakt zu Drogen hatte, kein Reggae höre und noch nie „so richtig“ auf einem Festival war. Klar sagen mir Leute immer wieder, dass ich eine „Hexe“ oder „Lichtarbeiterin“ oder „Schamanin“ oder „Seherin“ bin, seit ich auf die Erde kam… aber eine wirklich passende Bezeichnung hab ich bis heute nicht gefunden, ohne wieder in eine starre, religiöse oder esotherische Schublade gepresst zu werden. Ich bin einfach verbunden und kann mit mehr Wesenheiten kommunizieren, als mancher andere. Für mich ist eben Das normal und das andere nicht. Ist Definitionssache.
Was soll aus NaDur werden?
Ich bekam viele Kinder, studierte, baute ein Haus, machte mich erfolgreich selbstständig, tat, was man in unserer Welt eben so tut. In stillen Momenten trauere ich manchmal kurz um die verlorene Band, und die verlorene Chance, in jungen Jahren Schauspiel oder Regie zu studieren oder Musicaldarstellerin zu werden. Oder mal auf Festivals zu gehen… Menschen zu finden, die so sind wie ich. Hab ich bis heute nicht nennenswert geschafft. Das Leben war einfach zu voll.
Nach mehrmaligen erfolgreichen Bewerbungen bei Filmen, Theatern und Hochschulen wurde ich leider jedes Mal abgelehnt, sobald heraus kam, dass ich Kinder hatte – oder ich war schlicht zu klein. Bis ich es aufgab. Ich fand nicht die richtigen Menschen, traf komplizierte Entscheidungen oder übersah Chancen. Und jetzt ist da mein ständiger Begleiter, das KrankSein. Mir bleibt also nur mein stilles Büro, mein PC und all die Ideen im Kopf. Klar würde ich lieber auf einer Bühne performen, Filme drehen – aber das ist eben nicht möglich.
Ich habe entschieden, nun alle meine Songs (in meinem Tempo) hörbar zu machen und alle zu produzieren. Ganz unabhängig von Erfolgsabsichten, Zielgruppendefinition oder Support. Allein bedarf das natürlich Kompromissen, weil ich nicht alles perfekt beherrschen kann. Aber es hält den Geist fit und tut mir echt gut. Von Klein an bis jetzt hab ich über 100 Songs komponiert. Und nun werden sie Stück für Stück real, einfach, weil ich es kann und es mir Freude macht und eventuell mal jemand meine Songs findet und sie ihm/ihr gut tun. Ich finde, das genügt als Grund.



